Wann ist eine Behandlung mit Blutegeln sinnvoll?

 

  • Hufrehe
  • Hufrollenerkrankung
  • Sehnenverletzung
  • Gleichbeinproblematik
  • Spat
  • Schale
  • Gallen (versuchsweise)
  • Phlegmone
  • schlecht heilende Wunden
  • Narben
  • venöse Stauungen
  • Zeckenbisse

 

Welche Eigenschaften hat der Speichel der Egel und was bewirkt er?

 

Hirudin verhindert die Thrombenbildung zu Beginn

Calin hemmt die Blutgerinnung

Hyaluronidase setzt die Gefäßdurchlässigkeit herab, besitzt eine leicht antibiotische Wirkung

Egline verflüssigt nekrotisches Gewebe

histaminähnliche Substanzen sind gefäßerweiternd

Apyrasen, Kollagenasen wirken entzündungshemmend, gerinnungshemmend und gefäßerweiternd

 

Wie läuft ein Behandlungstermin ab?

 

Die medizinischen Blutegel werden zu jedem Termin von mir mitgebracht und sind im Gesamtpreis der Behandlung inbegriffen. Das Pferd sollte drei Tage vor dem Termin nicht mehr mit Pflegeprodukten und Zusatzfuttermitteln in Kontakt kommen, Medikamente müssen nach Absprache abgesetzt werden, da die Egel sonst sehr ungerne beißen und dies die Therapie erheblich erschwert. Eine kurze Bewegungsphase vor der Behandlung (kleiner Spaziergang o.ä) ist empfehlenswert, außer natürlich das Pferd ist aufgrund von Schmerzen nicht mobil.

Vorbereitend wird die Bissstellle rasiert, anschließend werden die Blutegel angesetzt. Bei dem Biss der Egel zeigen die Pferde meist keine Abwehrreaktionen und tolerieren die Behandlung in der Regel sehr geduldig. Es wird vermutet, dass der Speichel der Egel auch eine leicht sedierende Wirkung hat, viele Pferde dösen bei der Behandlung oder schlafen dabei ein. 

Die Blutegel saugen ca. 15-60 Minuten Blut und dabei etwa 50ml je Egelbiss. Sind die Blutegel abgefallen, bleiben die kleinen Bissstellen an der frischen Luft, blutennoch einige Zeit nach und verkrusten dann. Der Blutegelspeichel schützt vor Infektionen.

 

Wieso ist die Nachblutung so wichtig?

 

Das Nachbluten der kleinen Wunden ist ein gewollter Therapieeffekt. Je länger und stärker es blutet, desto besser ist die Entlastungswirkung. (Die Blutung kann bis zu 12 Stunden anhalten, im Schnitt pro Wunde nochmal 50ml.) Es handelt sich hierbei um keine gefährliche arterielle Blutung sondern um eine Mischung aus arteriellem und venösem Blut, das durch den Blutegelspeichel stark verdünnt und mit Sauerstoff angereichert ist. 

Das nachfließende Blut sorgt für eine gute Wundreinigung. Es kann zu leichten Schwellungen und einer gewissen Wärmeentwicklung kommen, dies ist keine entzündliche Reaktion sondern eine gewünschte bessere Versorgung des erkrankten Bereiches, es ist die Phase der verbesserten Zellernährung und -entgiftung und ist damit wichtig für die Therapie.